Grußwort Sommer 2024

In letzter Zeit hat mich immer wieder ein Thema besonders bewegt: „die Stille“. Denn in den abendlichen Gebeten mit meiner Frau fehlte mir oft die innere Ruhe und Sortierung. Ich war mit dem Kopf und mit dem Herzen nicht im „Hier und Jetzt“ beim Gebet. Folglich stieg in mir die Frage auf: „Was kann mir in meiner inneren Unruhe helfen?“

Hierzu fand ich ein schönes Bild im biblischen Gebetsbuch, den Psalmen: „Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden, wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind so ist meine Seele in mir.“ (Psalm 131,2).

Wenn ein kleines Kind unruhig ist, braucht es die borgende Nähe seiner Mutter. Diese Nähe brauchen wir mit Blick auf Gott auch: Ein „Ruhen“ in Gott. Denn auch das Ruhen in Gott ist eine Form des Gebets. Eine Form, die keiner Worte und Gedanken bedarf. An dieser Gottesruhe hindern uns jedoch der äußere wie auch der innere Lärm.

Äußerer Lärm kann beispielsweise das eigene Handy sein, weshalb es wichtig und gut sein kann, dieses auch einmal bewusst auszuschalten und sich einen ruhigen Ort zu suchen.
Zum anderen ist da der innere Lärm. Gedanken, die uns plötzlich in den Kopf schießen, Erinnerungen, Zukunftsträume, Sorgen oder Projektideen. Leider lassen sich diese nicht so einfach ausschalten wie das Handy. Es wäre nun aber auch falsch gegen diese Gedanken anzukämpfen. Stattdessen versuche ich sie kurz wahrzunehmen, als Dinge, die der Vergangenheit oder der Zukunft angehören, mich dann aber auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Denn Gott ist da und wartet geduldig auf mich, selbst wenn ich nicht an ihn denke.

Die Besinnung auf Gottes Gegenwart gerade in diesem Moment meiner Unruhe, erdet mich und macht mich weniger anfällig für ablenkende Gedanken, obwohl sie nicht einfach verschwinden.

Insgesamt ist es mir persönlich wichtig, mich in der „Stille“ zu üben, sie zu einer Routine wie das Zähneputzen werden zu lassen: Ein fester Ort, eine feste Zeit, mal mit, mal ohne Kerze und los geht’s. Wichtig ist für mich, dass die Stille nicht zu kurz ist – 10 Minuten kann ich aus meiner Erfahrung gut empfehlen. Hierfür stelle ich mir einen Wecker, damit ich nicht auf die Uhr schauen brauche.

Ich möchte Ihnen und Euch Mut machen, Euch ebenfalls in der Stille zu üben und Ihr werdet erleben, dass Euch diese Stille in der Gegenwart Gottes empfangsbereiter ihm gegenüber macht.

Indem wir ihn an uns heranlassen, er uns auf Dinge innerhalb oder außerhalb unseres Herzens aufmerksam machen kann, sind wir in der Lage, ihm in der Tiefe die Dinge zu nennen, wofür wir dankbar sind, was wir bereuen und worum wir ihn bitten möchten.

Andreas Hoenemann (Pfarrer Brockhagen)

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