Geschichte der Kirchengemeinde

Hier wird die Geschichte der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Harsewinkel dargestellt.

Bis zur Veröffentlichung auf dieser Seite verweisen wir auf die ausführlichen Darstellungen in unserer Gemeindechronik:

Zum 50-jährigen Jubiläum der ev.-luth. Kirchengemeinde im Jahr 2004 ist diese reich bebilderte Chronik erschienen. "Der Himmel geht über allen auf" lautet der Titel und beschreibt in recht munterer Weise die Entwicklung der Kirchengemeinde von den wenigen evangelischen Familien, die vor dem Krieg in dem katholisch geprägten Münsterland lebten, bis zur heutigen Gemeinde, die rund 4000 Gemeindeglieder zählt.

250 ehren-, haupt- und nebenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägen das heutige Bild der Gemeinde. In der Chronik stellen sich die fast 40 Gruppen und Einrichtungen  vor.  Ebenso beschreibt sie Projekte, erzählt von Reisen, traurigen Erlebnissen und freudigen Ereignissen.

340 Seiten, 380 Bilder  10,-- Euro.
Erhältlich im Gemeindebüro oder in der Buchhandlung A. Jürgensmeier, Dr. Zurbrüggen-Str. in Harsewinkel

Leseprobe aus der Chronik üner den Kirchenchor:

„Im August 1946 kamen einige Frauen an mich heran  und fragten, ob wir nicht zusammen singen möchten, und so verabredeten wir einen Abend in der Woche und sangen in unserer Baracke [im Hof des damaligen Lokals von Brentrup, die sonst von einer Theatergruppe genutzt, an den Sonntagvormittagen aber für den Gottesdienst frei war] unsere Heimatlieder. Herr Rudolph, der aus dem Bergischen Land kam, erkundigte sich bei einer einheimischen Frau, was das denn für Leute wären, die singen immer von einem Geist Rübezahl und seinen Zwergen und [er] wusste nicht, dass das unsere schönste Heimatsage ist. Zuerst sangen wir einstimmig, dann zweistimmig, schließlich kamen auch einige Männer, die Bass und Tenor sangen und so bekamen wir langsam einen kleinen „Singkreis“- wie wir unser Chörchen nannten- zusammen.
Noten hatten wir nicht, da erbat ich mir aus Brockhagen und Gütersloh Liederbücher, aus denen ich Noten und Texte auf einfaches Papier schrieb und die Notenlinien selbst zog. Als der Kreis der Sangesfreudigen immer größer wurde, sangen wir an den Feiertagen im Gottesdienst und sogar zu Beerdigungen auf dem Friedhof und nannten uns „Kirchenchor“.
Wir veranstalteten Heimatspiele im Saal Poppenborg und unsere Jugend übte Krippenspiele ein, bei denen der „Mohr“ bei den „Drei Weisen“ hinterher vergeblich versuchte, die schwarze Schuhcreme mit kaltem Wasser vom Gesicht zu waschen.
Eine Stimmgabel fehlte mir auch, da bekam ich von einem Koch eine große Fleischgabel geschenkt, die zufälligerweise genau auf das A stimmte.“

Diese Erinnerungen der ersten Chorleiterin Katharina Schilasky zeigen, dass der Kirchenchor seit den Anfängen der Gemeinde dieselbe immer auch ein Stück geeint hat. Stets war er bei wichtigen Anlässen ein verlässlicher Begleiter der Gemeinde und so ließ man es sich nicht nehmen zum Richtfest der Martin-Luther-Kirche unter freiem Himmel vom Dachboden der Kirche zu singen. Zusammen mit dem Posaunenchor gestaltete der Kirchenchor auch den Festgottesdienst zur Einweihung der Kirche am 4. Juli 1954.
In den folgenden Jahrzehnten sorgten rührige Chorleiter dafür, dass der „Kreis der Sangesfreudigen“ bestehen blieb und weiter wirken konnte. 
Am 9. Januar 1984 wurde auf Vorschlag von Chorleiter Peter Keijzers - hauptsächlich zu seiner Entlastung - ein Vorstand gewählt, der sich um organisatorische Dinge kümmert und die Verbindung zur Kirchenleitung erhält.

Der Chor hat in diesen fast 60 Jahren seines Bestehens an unzähligen Gottesdiensten, Hochzeiten, Beerdigungen und Gemeindefesten teilgenommen und wir freuen uns schon jetzt auf den Festgottesdienst am 4. Juli 2004 sowie weitere Ereignisse im Jubiläumsjahr.
Auch die Geselligkeit kam in den vergangenen Jahren nie zu kurz. Regelmäßig wurden seit 1984 Fahrradtouren rund um Harsewinkel und Marienfeld unternommen und fast in jedem Jahr ein Intensiv-Probenwochenende in der näheren Umgebung durchgeführt.
Sehr erfreulich ist auch, dass der Chor, der aktuell aus 29 Mitgliedern besteht, durch jüngere Musikinteressierte vergrößert werden konnte. So dirigiert eine junge Zahnärztin den Chor, falls der Chorleiter verhindert ist.

Schmankerl am Rande:

Die erste "Stimmgabel" wurde 2011 vertraulich Pfr. Liebschwager übergeben und ist somit eingegangen in unseren "Kirchenschatz". Dieses besondere historische Artefakt werden wir in Ehren halten!

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