Ökumenischer geistlicher Impuls am 09.05.2021

Der zweite Sonntag im Mai, das ist der Muttertag. Der Muttertag ist für viele mehr als nur ein Tag im Kalender. Schlägt man die Zeitungen an diesem Wochenende auf, dann stellt man fest, dass dem Muttertag viele Seiten gewidmet sind. Unter der Überschrift „Liebe Grüße zum Muttertag“ kann man lesen: „Wir sind stolz und glücklich, so eine wundervolle, liebe und einzigartige Mutti zu haben...“ „Wir lieben dich von ganzem Herzen.  Alles Liebe und Güte der besten Mutti der Welt. Deine vier Töchter“.  Oder… „Liebe Mama, auf diesem Weg wünsche ich dir alles Liebe zum Muttertag und möchte dir hiermit sagen, dass ich immer, auch in schweren Zeiten, für dich da bin, so wie du es auch immer für mich warst und bist. Danke für alles…“.

Zu allen Zeiten und bei allen Völkern wird in Liebe und Dankbarkeit der Mutter gedacht und ihre Würde gepriesen. In einem persischen Sprichwort heißt es: „Der Himmel liegt zu Füßen der Mutter“.  Russisches Gemüt hat das Wort geprägt: „Eine Mutter muss wohl hundert Herzen haben und tausend Hände“. Indische Weisheit fragt staunend: „Welcher Ehrwürdige kommt einer Mutter gleich?“ Im Deutschen kennen wir das Wort: „Unter zehn tüchtigen Männern verdanken neun das, was sie sind, der Mutter“.

Ich werde meine Mutter nie vergessen, denn sie pflanzte und nährte den ersten Keim des Guten in mir, sie öffnete mein Herz den ersten Eindrücken der Natur, sie weckte und erweiterte meine Begriffe und ihre Lehren haben einen immerwährenden heilsamen Einfluss auf mein Leben gehabt. Für meinen Glauben an Gott und meine Berufung als Priester haben meine Mutter und Familie eine große Bedeutung.

Die Mutter schenkt uns das Leben. Keiner hat sich selbst ins Leben gebracht. Die Mütter sind unsere ersten Bezugspersonen. Die Mutter-Kind-Beziehung ist so grundlegend, dass sie in der Regel schon die Weichen für die spätere Entwicklung und Entfaltung des Kindes stellt. Ob wir es wollen oder nicht, wir bleiben zeitlebens Sohn oder Tochter unserer Mutter und natürlich unseres Vaters, egal wie die Beziehung sich in den Folgejahren entwickelt.

Dank für das geschenkte Leben, Dank für die Liebe und Fürsorge, das, was man zum Muttertag bewegt, kann und soll auch unsere Beziehung zu Gott prägen. Mit einer noch maßloseren Liebe trägt er uns und umfängt uns.

“ Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt“- so heißt es in einem Text der Bibel, und diese Liebe eröffnet uns Leben selbst über den Tod hinaus.

Der Evangelist Johannes stellt diese untrennbare Liebesbeziehung zwischen Gott und uns Menschen im Bild des Weinstocks dar. Im Sonntagsevangelium (Joh 15, 9-17) sagt Jesus: „Liebt einander, so wie sich euch geliebt habe“. Gott hat seine Liebe uns erwiesen in Jesus- aber auch, das müssen wir heute auf jeden Fall hinzufügen- in den Müttern.

Der heutige Tag ist Anlass, unseren Eltern Danke zu sagen für das, was sie für uns getan haben, und für uns tun, und er ist Anlass, Gott zu danken für das Geschenk seiner Liebe, die alle menschliche Liebe umgreift und ermöglicht. Wir danken Gott für Maria, die Mutter seines Sohnes und unsere himmlische Mutter; wir danken Gott aber auch für unsere eigene Mutter, die er uns geschenkt hat.

Ich wünsche alles Gute und Gottes Segen den Müttern und den mütterlichen Frauen zu ihrem Muttertag.

 

Pater Paul Varghese, CMI

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