Grußwort Winter 2017

Liebe Mitglieder unserer Gemeinde,

ein bedeutsames Jahr neigt sich dem Ende. 500 Jahre Reformation! Welch‘ ein Ereignis. Wer hätte das damals gedacht, dass sich aus der kleinen Keimzelle Wittenberg eine weltweite Bewegung entwickelt, evangelische Kirchen in allen Erdteilen, die in vielen Teilen unserer Welt immer weiter wachsen. Wir alle können stolz darauf sein, Teil dieser Bewegung zu sein und die Chance gehabt zu haben, dieses Jubiläum zu erleben.

Nun liegt das große Reformationsfest bereits wieder einige Wochen hinter uns, der Alltag kehrt wieder ein und in diesem Alltag muss sich unser Glaube bewähren. Ist in unserer Gemeinde etwas spürbar vom Geist der Freiheit, der Luther getragen hat (eine seiner wichtigsten Schriften: „von der Freiheit eines Christenmenschen“), von der Fröhlichkeit, die einen Christen auszeichnet? Ich habe das hier in unserer Gemeinde von meiner ersten Stunde an erlebt: eine Gemeinde, die versucht, das auszustrahlen, was Luther bewegt hat: aus der Kraft der bedingungslosen Zuwendung und Liebe Gottes das Leben zu gestalten.

Das Reformationsjubiläum wird erstmals in Deutschland auch in großer ökumenischer Weite gefeiert. Die katholische Kirche hat im Lauf der Jahrhunderte auch gelernt, welche Bedeutung Martin Luther auch für sie hat, so wie wir gelernt haben, dass die Geschwister von heute nicht mehr die Feinde von früher sind. Bei uns ist das ja schon seit vielen Jahren sichtbar, dass wir als Christen gemeinsames Zeugnis der Liebe Gottes ablegen. Am deutlichsten wurde das 2011 mit der feierlichen Unterzeichnung der Charta Oecumenica im Rahmen des Stadtkirchentags als Grundlage unseres gemeinsamen Handelns. In diesem Geist haben wir auch den 5. Ökumenischen Stadtkirchentag gemeinsam mit den katholischen und orthodoxen Christen gefeiert. Viele von Ihnen haben an den Veranstaltungen in der Woche teilgenommen, am Markt der Möglichkeiten am Samstag oder beim Abschlussgottesdienst am Sonntagmorgen (bildliche Eindrücke vom Markt der Möglichkeiten finden Sie im Innenteil des Gemeindebriefs).

In diesem Jahr haben wir auch die Charta überarbeitet und dem angepasst, was in den vergangenen sechs Jahren gewachsen ist, aber auch die Dinge benannt, an denen wir noch gemeinsam arbeiten müssen. Wie Luther damals seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hat, haben wir in einer symbolischen ökumenischen Handlung die überarbeitete Charta Oecumenica am Reformationstag an unsere Kirchentür und nach der Allerheiligenmesse an die Tür der St. Lucia-Kirche genagelt. Für beide Konfessionen ein wichtiges und sichtbares Zeichen, dass wir Schritt für Schritt die Trennung überwinden.

Das zurück liegende Jahr war aber auch Jahr der Trennungen und Neuanfänge. Leider müssen wir endgültig von unserer Pfarrerin Inga Schönfeld Abschied nehmen, mit der uns alle eine gute und intensive, aber auch fröhliche, vertraute und vertrauliche Zeit verbindet. Wir wünschen ihr alles Gute und Gottes Segen in ihrer ersten „richtigen“ Pfarrstelle in Unna.

Gleichzeitig freuen wir uns aber auch, dass zum ersten Mal seit 22 Jahren wieder eine Vikarin in unserer Gemeinde ausgebildet wird (der letzte Vikar war unser jetziger Pfarrer Jörg Eulenstein von 1993 – 1995).

2 ½ Jahre lang wird sie die unterschiedlichen Bereiche unseres Gemeindelebens kennen lernen und mit gestalten.

Wenn Sie diesen Gemeindebrief in den Händen halten, gehen wir schon dem Weihnachtsfest entgegen. Nach einem aufregenden Jahr mit vielen Veränderungen und Veranstaltungen kommen wir wieder in ruhigeres Fahrwasser – vielleicht. Die kurze Adventszeit wird für viele auch wieder eine anstrengende Zeit werden, denn Weihnachten steht deutlich früher vor der Tür als noch im vergangenen Jahr.

Wie auch immer Sie diese Zeit gestalten und erleben; ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Euch fest in seiner Hand.

Ihr/Euer

Martin Liebschwager

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