Charta Oecumenica 2017

Am 31.10. und am darauf folgenden Allerheiligentag haben wir der evangelischen und katholischen Gemeinde die überarbeitete Version der Charta Oecumenica vorgestellt. Die erste Seite wurde dabei feierlich an die beiden Kirchentüren der Martin-Luther- und der St.Lucia Kirche genagelt (siehe Titelbild) Begleitet wurde diese Zeremonie durch eine Vision aus der Feder Pater Gottfrieds, die in beiden Gottesdiensten verlesen wurde und der wir uns alle verpflichtet fühlen:

Vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, schlug Martin Luther die 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Schlosskirche in Wittenberg an und setzte damit eine Bewegung in Gang, die zu seiner Verurteilung führte und die Spaltung der abendländischen Christenheit zur Folge hatte. Heute geht es uns nicht mehr um Spaltung, sondern um Versöhnung.

Die »Charta oecumenica«, die wir hier in Harsewinkel im Jahre 2011 unterzeichnet haben, ist unser Thesenanschlag an die Kirchentür.

Über Jahrhunderte haben sich evangelische und katholische Christen gegenseitig verurteilt und beschimpft als Ketzer und Antichristen. Wir bekunden unsere feste Absicht, dass wir uns nicht mehr gegenseitig verachten und gering schätzen, sondern uns in Hochachtung und Wertschätzung begegnen.

In den letzten 500 Jahren haben Protestanten und Katholiken oft genug gegeneinander gewirkt und gekämpft und sich auf Kosten der anderen profiliert. Nicht selten wurde genau das Gegenteil von dem gelehrt und getan, was von der anderen Seite als richtig und wahr angesehen wurde, auch bis in kindische Kleinigkeiten hinein. Wir wollen nunmehr das suchen und fördern, was uns verbindet und versöhnt.

In den letzten Jahrhunderten haben evangelische und katholische Christen den jeweils anderen abgesprochen, Kirche Jesu Christi zu sein. Wir bekennen uns von nun an zur einen Kirche, die auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn erbaut ist. Wir können nur gemeinsam Kirche sein.

Christen haben sich in den vergangenen Jahrhunderten die Mahlgemeinschaft verwehrt und sich gegenseitig ausgeschlossen. Wir empfinden es als Skandal, dass wir immer noch nicht gemeinsam zum Tisch des Herrn gehen können. Auch wenn wir die Eucharistie und das Abendmahl unterschiedlich deuten und bewerten, können wir es kaum erwarten, dass wir gemeinsam der Einladung unseres Meisters folgen.

Gemeinsam sind wir Kirche. Gemeinsam ist uns die eine Taufe. Gemeinsam sind wir Töchter und Söhne Gottes.

Charta zum Download

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