Grusswort - Winter 2013

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es muss nicht immer eine Kathedrale oder ein Dom sein, kein kirchlicher Prachtbau oder architektonische Einzigartigkeit, um wunderschöne Kleinode des Glaubens zu finden.

Wenn ich mit meiner Familie im Urlaub bin, dann suchen wir neben den touristischen “Must-Have” und “Darf-man-auf-gar-keinen-Fall-übersehen” gerade auch die Nischen auf: die kleinen Stadtteilkirchen, die provinziellen Dorfkapellen, Orte des alltäglichen Glaubens, wo Menschen wie Du und Ich in der Hektik des Alltags zur Ruhe und Besinnung kommen wollen, wo Menschen einen Ankerplatz und eine geistliche Beheimatung haben. Und dort kann man sie sehen, jene Kleinode des Glaubens. Nicht geschaffen von weltberühmten oder metropolitanen Künstlern. Eines dieser Kleinode ist das hier abgebildete Fensterbild in einer dörflichen Kapelle. Es zeigt die Geburt des Jesuskindes in Bethlehem. Ein schönes Fensterbild. In seiner künstlerischen Ausgestaltung nahezu klassisch gehalten. Wir sehen das Jesuskind; gehalten in den Armen seiner rot gewandeten Mutter Maria auf der Krippe sitzend; links dahinter, fast im Schatten, steht Josef. Ungewöhnlich ist, dass die Köpfe nur von Jesus und Maria je von einem Heiligenschein umgeben sind. Die Mitte bildet das Jesuskind, das in gelb-weißlichen Farben dargestellt ist und auf das in der gleichen Farbe ein Stern mit seinen Strahlen hernieder leuchtet.

Der Stern von Bethlehem - sichtbares Zeichen Gottes für das Kommen des Sohnes in unsere Welt.

Der Stern von Bethlehem - Wegweiser für die Weisen aus dem Morgenland und damit zugleich Wegweiser für die Menschheit.

Der Stern von Bethlehem - unter diesem Stern beginnt das Leben Jesu auf Erden, bricht mit ihm das Reich Gottes in unserer Welt an. Unter diesem Stern läßt Gott uns in und mit seinem Sohn hier auf Erden den Himmel berühren. Diese Glaubensaussage verbindet das Weihnachtsfest mit dem Sakrament der Heiligen Taufe. In der Tradition wird der Stern von Bethlehem meist, im Gegensatz zu diesem Fensterbild, entweder als Komet oder als Stern mit acht Strahlen dargestellt. Die Acht als Symbol gilt als Zahl der Vollkommenheit und bedeutet im christlichen Verständnis Neuanfang und Auferstehung: nach den 7 Schöpfungstagen entspricht der 8. Tag der Neuschöpfung durch die Auferstehung, die uns in der Taufe zugesprochen wird.

In vielen Kirchen findet sich darum in der Nähe oder direkt am Taufbecken ein Symbol für die “8" bzw. ein Stern, wodurch zum Ausdruck gebracht werden soll: Unter einem guten Stern steht Dein ganzes Leben!

Dieser Zuspruch macht mir persönlich diese dunklen Wochen und Monate in dieser Jahreszeit hell. Leuchtende Sterne in den Fenstern unserer Wohnungen und Häuser in der Zeit nach Allerheiligen und vor allem nach dem Totensonntag schenken die Zuversicht, dass Gott Dir einen hoffnungsvollen Weg weist.

In der bald beginnenden Adventszeit weisen die leuchtenden Sterne auf Weihnachten. Zeigen sie den Weg hin dem Ort, an dem Gott Mensch wurde, an dem Gott seine Liebe sichtbar wurde. So wie das Fensterbild in seiner künstlerischen Sprache dann jedem zuspricht: Gott begleitet uns in seinem Sohn stets wie ein Licht in der Nacht.

Darum wünschen wir, Presbyterium und wir beiden Pfarrer, Ihnen und Euch für die Adventszeit besinnliche Vorfreude, gesegnete Weihnachtstage und für das Neue Jahr die persönliche Erfahrung, dass unser ganzes Leben unter einem guten Stern, unter Gottes unmittelbarer Nähe, steht.

Ihr/Euer

Jörg Eulenstein

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