Diakonie

Für unsere Kirche gehört die Diakonie neben Seelsorge, Zeugnis und Verkündigung zu ihren „Wesens- und Lebensäußerungen“. Sie ist eine Grund-Dimension der Kirche, die Kommunikation des Evangeliums in der Tat. Für viele Menschen ist sie sogar der Inbegriff kirchlicher Arbeit schlechthin, und sie wünschen sich in diesem Bereich ein starkes Engagement. So hat kirchlich und gesellschaftlich die Diakonie eine große Bedeutung.

Als Wesens- und Lebensäußerung der Kirche ist das diakonische Handeln der aktive Dienst in der Nachfolge Jesu - damit ist für uns Jesus Christus der Ausgangsort und das Fundament des diakonischen Handelns.

"Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen." Die „Sieben Werke der Barmherzigkeit" nennt man diese Aufzählung aus dem 25. Kapitel des Matthäusevangeliums. Sie beschreiben ganz elementare Aufgaben diakonischen Handelns. Gleichzeitig lesen sie sich wie ein Ausschnitt aus dem Angebot der unseres diakonischen Handelns in unserer Gemeinde und im Kirchenkreis.

Hungrige speisen und Durstige tränken
Wer bei uns sinnbildlich an der Kirchentür anklopft und hungrig ist, wird versorgt. Das ist die Hilfe im Kleinen. Größer und bedeutender ist das Engagement unserer Gemeinde bei der Gütersloher Tafel - bei diesem sozial-diakonischen Angebot wissen wir uns verbunden und vernetzt mit dem Verein Gütersloher Tafel und unseren kath. Schwestergemeinden in Harsewinkel. Neben ehrenamtlicher Mitarbeit stellt unsere Kirchengemeinde den Gemeindebulli für den Nahrungsmitteltransport zur Verfügung.
Im Kirchenkreis kümmert sich die Diakonie in zahlreichen Einrichtungen um jene Menschen, die nicht selbständig ihren Lebensalltag bewältigen können. In Einrichtungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, werden behinderte und alte Menschen betreut und versorgt, so dass auch sie ein menschenwürdiges Leben führen können.

Fremde beherbergen
Menschen, die nicht in Deutschland geboren worden sind, fällt das Leben in unserem Land oft schwer. Schon die Sprache ist für viele von ihnen eine gewaltige Hürde auf dem Weg in ihr neues Leben. Die Migrantenarbeit der Diakonie unterstützt in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländern. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen, bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen oder bei der Arbeitssuche.

Nackte bekleiden
Diejenigen, die am Rande  unserer Gesellschaft leben, haben mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Diakonie will helfen. Verstärkt in den Blick genommen wird die immer sich weiter ausbreitende Kinderarmut - gesellschaftlicher Skandal in unserem reichen Land. Unsere Diakonie bietet in Zusammenarbeit mit den Städten und dem Kreis GT Hilfen an, damit Kinder vom Leben in unserer Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden.

Kranke besuchen - Kranke heilen
Kranke leben immer mehr in Isolation und im höheren Alter immer häufiger nicht mehr im Familienverbund, sondern in Alten- und Pflegeheimen. Unsere Kirchengemeinde besucht in den Einrichtungen Menschen, um die Einsamkeit zu durchbrechen und Ihnen die Nähe Gottes zu vemitteln.
Anfangs gingen Diakonissen noch in die Krankenhäuser und Heilanstalten, um sich dort um Kranke zu kümmern und sie zu pflegen. Heute ist die Diakonie in unserem Kirchenkreis Trägerin von Sozialstationen. Wichtiges Hilfsangebot der Diakonie ist die ambulante Pflege. Auch wer zu Hause versorgt werden muss, kann sich auf die Diakonie verlassen: Ein dichtes Netz der ambulanten Pflege garantiert in unserem Kirchenkreis eine optimale Versorgung.

Gefangene besuchen
Als es früher noch ein Gefängnis in Harsewinkel gab, konnte dieses diakonische Handeln unmittelbar erlebt werden. Heute ist die Strafgefangenenhilfe angedockt an die Straffälligenhilfe des Diakonischen Werkes. 150.000 Menschen werden jährlich in Deutschland inhaftiert. Die Straffälligenhilfe des Diakonischen Werkes hilft ihnen und ihren Familien bei der Bewältigung dieser außerordentlichen Situation. Indem sie sich der sozialen Probleme Haftentlassener annimmt, fördert sie deren gesellschaftliche Integration und Resozialisierung.
Unsere Kirchengemeinde hat zur Straffälligenhilfe und der Seelsorge einen besonderen Bezug: Pfr. Könitz betreute seelsorglich das Harswinkler Gefängnis am Tecklenburger Weg. Über diese Seelsorge entstand eine lebendige Beziehung zur Kirchengemeinde. Zeugnis dieses diakonischen Dienstes ist das von Häftlingen in der Gefängnisschmiede hergestellte Hochkreuz, das bis heute den Altarraum der Martin-Luther-Kirche in Harsewinkel schmückt. 15 Jahre später wurde Pfr. Dr. Rolf Stieber Gefängnisseelsorger der JVA Werl; davor war Pfr. Stieber lange Jahre in unserer Gemeinde Pastor im Hilfsdienst und hat segensreich gewirkt.

Tote bestatten
Zwar trägt die Diakonie nicht die unmittelbare Sorge für die Bestattung der Toten. Doch sie begleitet Sterbende und ihre Angehörigen in der so genannten Hospizarbeit, die in unserer Stadt in einem selbständigen Verein angebunden worden ist und durch unsere ehemalige Gemeindepädagogin Frau Ibrügger weiterhin mitverantwortet wird. Sterben und Tod sollen nicht länger gesellschaftliche Tabus bleiben: Ein Abschied in Würde steht jedem Menschen zu.

Als Gemeinde Jesu Christi übernehmen wir Verantwortung in Staat und Gesellschaft und setzen uns dafür ein, dass die Würde des Menschen geachtet wird. Wir bemühen uns, einzelne zu bestärken, damit sie ihr Leben bestehen, individuelle Notlagen nach Möglichkeit vermieden werden und der sozialen Frieden erhalten bleibt. Wir weisen auf gesellschaftliche Defizite hin und stärken durch unser Engagement das Gemeinwesen.

 

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