Impuls 02.08.2020

Was macht wirklich satt?

Es ist schon manchmal erstaunlich, wie ein Text aus längst vergangenen Zeiten genau in unsere Gegenwart hineinpasst! „Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht satt macht?"

Diese Worte Jesajas (Jes 55, 1 – 3) können wir direkt ins 21. Jahrhundert hineinsprechen. Nie vor uns konnten sich Massen von Menschen in unserem Land so viel leisten, so viel kaufen, so viele Urlaube machen!
Immer mehr können sich Luxusgüter leisten, Milliarden werden privat vererbt an Menschen, die ohnehin schon alles haben. Und sind wir satt und zufrieden? Schenkt uns das alles Erfüllung oder bleibt nur die Gier nach mehr und immer mehr!?

Und was gibt es ohne Bezahlung, aber nicht unbedingt umsonst? Ich denke da vor allem an Beziehungen, in denen ich leben darf. Ich denke an Vertrauen, Hoffnung, Sinn, Liebe, Bindung, Zuversicht, Ausgeglichenheit, Freundschaft, Nähe. Und ganz aktuell – weil viele Menschen inzwischen wieder so leben als wäre die Corona-Pandemi schon lange vorbei – Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme ein. Eine Reihe, die Sie gerne ergänzen können.

War da jetzt irgendwas dabei, dass wir mit Geld bekommen können? Sicher nicht - aber sicher waren dabei die wichtigsten Dinge im Leben überhaupt! Umsonst gibt's die nicht! Die erfordern den ganzen Einsatz. Aber der lohnt sich!

Wenn ich heute noch an die Geburt meiner beiden Kinder denke, bin ich immer noch zu Tränen gerührt. Als ich meine neugeborenen Kinder zum ersten Mal in den Händen hielt, war das ein unbeschreibliches Gefühl. Ein Gefühl, wie ich es nie zuvor hatte. Und ich weiß, dass es für mich unendlich wertvoll ist.

Gehört hierhin auch mein Glaube? Für den Propheten ist es die Nähe des lebendigen Gottes, die wirklich satt macht. Ich habe den Eindruck, wir sind im Glauben oft so müde geworden, resigniert und entmutigt. Ja, vertrauen wir denn selbst nicht mehr dem unendlich großen Schatz, der uns geschenkt ist!
Wir sind in Gott geborgen, von ihm bedingungslos angenommen, für unsere Zukunft ist ausgesorgt in einer radikalen Weise, wie wir sie uns nicht oft genug ausmalen können. Selbst den Tod haben wir in der Taufe schon überwunden!

„Ihr habt eine einzigartige Botschaft und eine schlechte ´Performance`", so kann man es immer wieder mal lesen. - Nein, ich will jetzt nicht nach den richtigen Werbestrategen suchen, denn ich weiß aus meiner eigenen Geschichte: Entscheidend waren für mich immer Menschen, nie Strategien. Menschen, die gebrannt haben für ihre Sache, die sich überzeugend eingesetzt haben, die über den Glauben nicht viel geredet, sondern ihn gelebt haben.

Und ich denke, diese Chance haben wir alle. Nichts suchen Menschen heute mehr als solche Menschen, die einen festen Halt haben, die mit einer Hoffnung leben, an denen sie sich aufrichten können.

Es gibt so viele Hungernde und Dürstende - mitten unter uns!

Matthias Mönig

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