Impuls 07.05.2020

Sobald man den Menschen in sich selber einschließt, wird er arm. Er wird arm, sobald er nur für sich da ist.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Was für den einzelnen Menschen gilt, trifft gleichermaßen auf ganze Nationen zu. Wir können es in diesen Tagen erleben. Wie arm ist doch dieser nationale Solipsismus, den die USA betreibt. Wie arm an Menschlichkeit, Solidarität und Herzensweite ist es doch, wenn Nationen sich in sich selber verschließen, nationale Interessen die allgegenwärtige globale Not bewusst ignorieren. Es gab in der jüngsten Vergangenheit genügend Situationen, in denen die EU sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckerte (s. die unselige Flüchtlingspolitik). Nun aber beweist sie, Gott sei Dank, weitgehend Geschlossenheit, wenn es um die finanzielle Unterstützung der Arbeit an Medikamenten, Tests und Impfstoffen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 geht. Die EU, die WHO und viele Staaten bündeln ihre Kräfte. Aber nicht nur das. Es soll gewährleistet werden, dass sich auch ärmere Länder diesen Impfstoff leisten können. „Humanitiy first!“ Solidarität ist das Gebot der Stunde. Und das ist klug, denn nationaler Solipsismus verkennt den Bumerang-Effekt. Lk 16,19–31 beschreibt das Schicksal derer, die glauben, sich selbst zu genügen, wie im Himmel so auf Erden.

Auch wenn es die große Mehrheit des einstmals christlichen Abendlandes längst vergessen hat. Es gibt eine spirituelle Wurzel des Humanismus. Es ist die Pro-Existenz Jesu, sein Dasein für andere, sein Herz für die Armen, für die Randexistenzen. Er kam auf diese Welt, um die Sünde (die Beziehungsstörung des Menschen zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zu Gott) zu heilen. Ihm lag sowohl das physische als auch das seelische Heil der Menschen am Herzen. Ich bin mir sicher: Jesus würde klatschen. Er stünde an der Spitze der Geber-Staaten.

Lassen Sie uns menschlich bleiben und immer mehr werden! Das ist die wirkliche Herausforderung zur Gesundung der Menschheit. Humanismus und Christsein gehen Hand in Hand!

Ihr Pfarrer Christian Subir Roy

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