Impuls 04.04.2020

Seit nunmehr als 3 Wochen hat das Corona-Virus uns und unsere Gesellschaft fest im Griff. Das von der Regierung ausgesprochene Kontaktverbot und der ständige Apell, möglichst in den Wohnungen zu bleiben, wird inzwischen von den meisten Menschen beherzigt. Und es hat Auswirkungen: die sonst so geschäftig belebten Straßen und Plätze sind leer und wirken wie ausgestorben.

Mich beschleichen in diesen Tagen immer wieder ganz unterschiedliche Gefühle. Neben so manchen Freuden nehme ich auch Trauer und Sorge bei mir wahr, insbesondere wenn ich die Zahlen der mit Corona neuinfizierten oder gar an Corona verstorbenen Menschen höre.  Es ist wie ein „Wechselbad der Gefühle“.

Als solches beschreiben wir die Hoch- und Tiefpunkte im Leben, die sehr eng zusammenliegen können. Von so manchen prominenten Menschen haben wir erfahren, wie schmal der Grat zwischen beiden ist. Als Politiker, Sportler oder Popstars feiern sie große Auftritte auf roten Teppichen, stehen im Rampenlicht, werden bewundert, beneidet und umjubelt. Aber es braucht nicht viel, und die Stimmung ändert sich: Ein Spendenskandal, eine Dopingaffäre, verhängnisvolle Bilder oder persönliche Fehltritte aus der Vergangenheit, die ans Licht gebracht werden. Mit einem Mal fallen dann dieselben, die sie vorher hochgejubelt haben, gnadenlos über sie her. Schlagartig wird aus dem „Hosanna" ein „ans Kreuz mit ihm".

Am Palmsonntag feiern Christen, dass Jesus feierlich unter dem Jubel der Menschen in Jerusalem eingezogen ist. Ganz bescheiden auf einem Esel. Nur wenige Tage später wird sich die anfängliche Begeisterung für ihn in das Gegenteil umkehren. Seine Vergangenheit wird ihn einholen: dass er zu Menschen gut war und sie heilte. Das bringt ihn ans Kreuz. Doch er steht zu dem, was er getan, gepredigt und vorgelebt hat. Er zeigt Rückgrat, auch wenn ihm das das Kreuz bricht.
Und genau das unterscheidet ihn von vielen anderen Menschen.

Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte er zwei seiner Jünger voraus. Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her!
Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige (von den Büschen) ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!   (
Mk 11,1-2.7-11)

Gebet:       
Herr Jesus Christus, am Palmsonntag bist du unter dem Jubel der Menge in Jerusalem eingezogen. Die Hochstimmung dieses Tages ist bald in Ablehnung und blanken Hass umgeschlagen. Dieses Wechselbad der Gefühle ist auch uns nicht fremd. Erst hochgejubelt zu werden, um dann tief zu fallen. Wo wir dies in unserem Leben erfahren müssen, steh du uns bei, weil du Gleiches erlebt hast. Und wenn wir am Boden liegen, dann gib uns echte Freunde an die Seite, die uns aufrichten und uns bei den nächsten Schritten helfen. – Amen.

 

Matthias Mönig

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