Impuls 05.04.2020

Impuls zum Palmsonntag

Das bekannte Lied „Macht hoch die Tür“ singen wir gerne und oft in der Adventszeit und stimmen uns damit auf das Weihnachtsfest ein. Am heutigen Palmsonntag bekommen die Verse dieses Liedes einen ganz anderen Klang:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, euer Herze zum Tempel zubereit´.

Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so

Kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei

mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

Die „Zweiglein der Gottseligkeit“ stehen heute für die Palmzweige und für die Ölzweige, mit denen die Menschen damals Jesus zugejubelt haben, für die Zweige mit denen wir – wenn wir miteinander Gottdienst feiern könnten – in unsere Kirchen einziehen, und mit denen wir die Kreuze in unseren Häusern und Wohnungen schmücken.

„Die Zweiglein der Gottseligkeit“, die Palm- und Ölzweige können uns heute drei Worte ins Gedächtnis rufen: HOFFNUNG – LEBEN – FRIEDEN.

Der grüne Zweig, mit dem die Taube zur Arche zurückgekehrt ist, wie es im Buch Genesis erzählt wird, ist zu einem wunderbaren Hoffnungszeichen geworden – für Noah und für unzählige Menschen bis heute!

Der grüne Zweig, der aus einem toten Baumstumpf herauswächst, wie der Prophet Jesaja schreibt, ist zum Lebenszeichen geworden – für Jesaja und für unzählige Menschen bis heute!

Der grüne Zweig, mit dem man Jesus in Jerusalem als Friedensbringer begrüßt hat, weil er auf einem armen Esel und nicht hoch zu Ross kam, dieser grüne Zweig ist zum Friedenszeichen geworden – für die Freunde Jesu damals und für uns heute!

Unsere Hoffnung auf Rettung müssen wir in den kommenden Kar- und Ostertagen auf andere Weise, aber nicht weniger intensiv feiern; unsere Sehnsucht nach Leben, das stärker ist als der Tod; unseren tiefen Wunsch, dass der Friede am Ende doch stärker ist als alle Gewalt.

Obwohl wir nicht gemeinsam Palmsonntag feiern können, sind unsere Kirchen dennoch für das persönliche Gebet geöffnet. Dort stehen heute gesegnete Buchsbaumsträußchen zum Mitnehmen bereit!

André Pollmann

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