Impuls 03.04.2020

Es war am 4. Fastensonntag, dem „Laetare Sonntag“, als ich morgens im Internet zum ersten Mal die Live Übertragung des Gottesdienstes aus dem Dom in Münster schaute.

Am Ende, vor dem Schlusssegen, wies Bischof Felix auf eine Heiligenfigur hin, die im Chorraum neben einer Kerze aufgestellt war: die Heilige Corona!

Ich dachte erst, ich hätte mich verhört.

Corona - Weltweit seit vielen Wochen der Inbegriff von Pandemie, Krankheit, Krise, Ärzte und Pfleger an der Belastungsgrenze, überlastete Gesundheitssysteme, Engpässe in der Versorgung mit Schutzkleidung, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktvermeidung, wirtschaftliche Einbrüche, Hamsterkäufe, noch eine Sondersendung /Talkshow und trauriger Weise leider auch mit einer immer weiter steigenden Zahl von Menschen, die diese Krankheit nicht überlebt haben.

Und jetzt - Corona - eine Heilige, deren Gedenktag am 14. Mai begangen wird. Die unter anderem als Beschützerin vor Seuchen und Unwetter gilt und deren Name „die Krone“ bedeutet.

Vielleicht tut sich manch einer mit der Verehrung von Heiligen schwer. Mir persönlich gibt es allerdings Kraft und Mut in einer/einem Heiligen einen Menschen zu entdecken, der in einem Glauben und einer Überzeugung gelebt hat, dass es einen Gott gibt und der aus diesem Bekenntnis heraus sein Leben gestaltet hat.

Und somit jemanden zu haben, der mir Vorbild sein kann, der mich motiviert, es ihr oder ihm gleich zu tun.

Der Name oder Zweitname, den wir seit unserer Geburt tragen, hat ganz oft Bezug zu einer/einem Heiligen vergangener Zeiten. Mit unserem Namen stellen wir uns vor, werden wir für unser Gegenüber zu einer einmaligen Person

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ – so lautet ein Bibelvers aus Jesaja 43,1. Wer braucht diese Zusage am meisten? – Verzweifelte Menschen, besonders, wenn sie jede Hoffnung verloren haben.

Verlieren wir in dieser außergewöhnlichen Zeit nicht die Hoffnung, das Vertrauen darauf, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen, sondern er, der dreifaltige Gott, uns immer begleitet.

 

Thorsten Dammann

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