Impuls 20.09.2020

Was gibt mir Kraft…?

Vor fast genau 10 Jahren, am 5. August 2010 wurden in einem chilenischen Kupferbergwerk bei einem Grubenunglück 33 Arbeiter in 700 Meter Tiefe eingeschlossen. 70 Tage waren sie in der Grube eingeschlossen, bis sie schließlich gerettet wurden. Die ganze Welt nahm Anteil an ihrem Schicksal. Durch eine kleine Kamera, die in das Bergwerk eingeführt wurde, konnte die Weltöffentlichkeit das Schicksal der Eingeschlossenen verfolgen.

Nach der Rettung wurde ein Bergarbeiter mit folgenden Worten zitiert: "Ich habe vorher nie gebetet, aber in der Grube habe ich gelernt zu beten. Ich habe zu Gott gefunden."

Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass die Menschen gerettet wurden. Sie werden unterschiedliche Motive gehabt haben. Einige haben aus christlicher Verantwortung ehrenamtlich mitgeholfen. Andere haben es als ihre humanitäre Verpflichtung angesehen zu helfen, wieder andere wollten ganz einfach ihre Kumpels lebend wiedersehen. Die Geretteten haben ihre Rettung als Hilfe Gottes verstanden. Hier stellt sich natürlich die klassische Frage nach Gott und seinem Handeln. Was wäre passiert, wenn einige das Unglück nicht überlebt hätten und nicht alle lebend geborgen worden wären?

Ich persönlich glaube, dass Gott an einer ganz anderen Stelle mit dabei war:

Was gibt mir Kraft, bis Hilfe kommt ?

Wie kann man eine solche Hölle überleben? Mit allen Ängsten, mit aller Verzweiflung, mit allen Unwägbarkeiten bis zum Schluss, bis zur Rettung. Noch einmal: "Ich habe vorher nie gebetet, aber in der Grube habe ich gelernt zu beten. Ich habe zu Gott gefunden." Das Gebet hat den Bergleute Kraft und Hoffnung gegeben. Es hat ihnen ermöglicht, nicht aufzugeben sondern durchzuhalten, sich gemeinsam vor Gott zu stellen, ihn in ihre Mitte zu nehmen und mit ihm gemeinsam zu hoffen, dass alles Menschenmögliche getan wird um sie dort rauszuholen.

Immer wieder begegne ich Menschen, die verzweifelt, sind nicht mehr weiterwissen: „Warum tut mir Gott dieses oder jenes an?“. Meine Antwort lautet dabei immer: Gott tut Dir gar nichts an, das sind Menschen, die Dir etwas antun. Gott ist aber an Deiner Seite, weil er in Dir die Hoffnung wach hält, dass all das, was Dich heute noch klagen lässt, überwunden wird.

Das gibt mir Kraft, bis Hilfe kommt.

Martin Liebschwager

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Impuls 13.09.2020

Ein Satz aus dem Lukasevangelium hat mich in der letzten Woche nachdenklich gemacht. Im 12. Kapitel heißt es: „Jesus wandte sich wieder der Volksmenge zu und sagte: »Wenn ihr eine Wolke im Westen aufsteigen seht, sagt ihr gleich: ›Es wird regnen‹, und dann regnet es auch. Wenn ihr merkt, dass Südwind weht, sagt ihr: ›Es wird heiß werden‹, und so geschieht es auch. Ihr Scheinheiligen! Das Aussehen von Himmel und Erde könnt ihr beurteilen und schließt daraus, wie das Wetter wird. Warum versteht ihr dann nicht, was die Ereignisse dieser Zeit ankündigen?“

Corona-Zeit ist Entscheidugs-Zeit. Wissen wir sie zu deuten? Im Licht der Religion?

Was ist Religion, nicht nur in Coronazeiten, für mich?

Religion könnte vielleicht so etwas sein, wie die Sehnsucht nach Gemeinschaft. In Corona-Zeiten ist Abstand geboten. Ein Wunder, dass Nähe noch intensiver ersehnt ist als sonst?

Religion ist für mich auch das Gefühl einer grundlegenden Abhängigkeit. In Corona-Zeiten ist sie sehr aktuell. Ich kann nicht uneingeschränkt über mich selbst bestimmen. Ich spüre Grenzen.

Die Pandemie ist eine Offenbarung. Sie legt die Welt frei in ihrem krisenhaften Zustand, deckt auf und sagt mir: Du bist endlich, vorläufig, begrenzt, verletzt, Kräften, Mächten und Gewalten unterworfen, gegen die du nichts „machen“ kannst. Krise ist aber auch etwas Positives. Sie ist eine Zeit der Entscheidung, der Offenheit für Neues.

Religion ist für mich auch das stillschweigende Eingeständnis mit der durch meine bloße Existenz mitgegebenen Tatsache des Leids. Des ertragenen, erlittenen Leids. Und des Leids, das ich selbst schaffe durch Verletzungen, die ich zufüge. Mir und anderen. Bewusst oder unbewusst. Beabsichtigt oder unbeabsichtigt.

Religion ist viel mehr für mich, als ich sagen kann. Religion ist, wenn es mir die Sprache verschlägt, wenn ich dankbar in die Knie gehe für ein Glück, das mir geschenkt wurde oder das ich schenken konnte. Religion ist, wenn ich Umwerfendes erfahre, wenn es mir den Boden unter den Füßen wegzieht.

Religion zeigt in der Corona-Krise auch, dass es noch eine andere Zeit als die gewohnte Terminkalender- und Atemlos-Zeit gibt. Eine Zeit, die Heilkraft haben kann für das unruhige Herz, das je „moderner“, desto schneller schlägt.

Es scheint, als hätten wir uns selbst verloren. Vielleicht, weil wir meinten, wir „hätten“ uns. Weil wir uns heimlich oder unheimlich daran gewöhnt haben, dass wir uns dann „haben“ würden, wenn wir alles hätten. Und hier schließt sich ein Kreis zwischen Religion und Corona. Wir sollten uns davor hüten, überheblich zu werden, weil wir uns sonst überheben. Das können wir vom Virus und der Religion lernen.

 

André Pollmann

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Weinprobe auf der Wiese 11.9.2020 17:30 h

Der Weltladen Harsewinkel lädt erstmals zu einer Weinprobe am Freitag, den 11. September um 17.30 Uhr ein.

Die Weinprobe findet auf der Wiese hinter dem Parkplatz an der Martin-Luther-Kirche statt. Vorgestellt werden drei südafrikanische Weine, die fair gehandelt sind.

Damit die Hygieneschutzmaßnahmen eingehalten werden können, ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Daher wird um vorherige Anmeldung im Weltladen, per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder telefonisch im Gemeindebüro (Tel. 2130) gebeten.

Der Weltladen Harsewinkel e.V. bietet Produkte wie Kaffee, Tee, Honig, Schokolade, Gewürze, Wein sowie kunsthandwerkliche Arbeiten aus Entwicklungs- und Schwellenländern an. Mit dem Verkauf werden insbesondere Kooperativen gefördert, in denen sich die Kleinbauern zusammengeschlossen haben. Der Verkauf der fair gehandelten Produkte ist eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Öffnungszeiten des Ladens (Clarholzer Str. 18) sind: Dienstag bis Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18.00 Uhr. Bis Ende Oktober steht der Verkaufswagen des Weltladens samstags auf dem Harsewinkeler Wochenmarkt von 8.00 bis 12.30 Uhr.

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